Remo Forrer – Ein Top5 Platz wäre absolut verrückt!

Der ESC 2023 rückt immer näher. Remo Forrer fährt für die Schweiz nach Liverpool, wo er mit seinem Anti-Kriegs-Song „Watergun“ im ersten Halbfinale antreten wird. In selbigen ist auch Deutschland stimmberechtigt.

Schon als kleiner Junge erlernte er verschiedene Instrumente, zuerst Flöte, dann Akkordeon und anschließend widmete er sich dem Klavier. Letzteres erlernte er autodidaktisch. Bevor er jedoch die ersten Schritte auf die große Bühne wagte, schloss er erst eine Ausbildung zum Handelsfachmann ab.

Der junge Schweizer ist aber kein Neuling im Musikgeschäft. 2022 nahm er am deutschen TV-Format „Zeig uns deine Stimme“ (Vormals: I can see your Voice) teil. Bereits zwei Jahre zuvor gewann er die dritte Staffel von „The Voice of Switzerland“. Bei seiner Blind Audition erhielt er den begehrten „Vierer-Buzzer“ und obwohl auch Anna Rossinelli (ESC 2011) in einem der Jury-Stühle saß, entschied er sich für den Sänger Noah Veraguth als Mentor. Welche Rolle Anna Rossinelli dennoch in seinem Leben spielte, erzählte er mir im Interview. Außerdem verriet er erste Details zu seinem ESC Auftritt und berichtete von seinen Eurovision-Highlights.

Remo Forrer ESC

Lieber Remo, als erstes vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, meine Fragen zu beantworten! Wie geht es dir, jetzt nachdem der ESC Trubel immer mehr an Fahrt aufnimmt?

Hallo, sehr gerne! Mir geht’s super. Ich bin happy, diese verrückte Reise erleben zu dürfen. Es ist unglaublich, ein Teil des Eurovision zu sein und mein Heimatland repräsentieren zu dürfen. Ich freue mich schon sehr darauf, in Liverpool zu sein und mit den Proben zu starten.

Was bedeutet der ESC für dich?

Ich bin Fan seit 2011! Das war das erste Mal, dass ich den Eurovision Song Contest gesehen habe. Damals hat Anna Rossinelli die Schweiz vertreten und seitdem habe ich nahezu jede Show gesehen. Der ESC ist einfach eine tolle und große Show, um Musikerinnen und Musiker zusammenzubringen. Das ist großartig!

Hättest du damals schon gedacht, dass du selbst einmal auf der Bühne stehen könntest?

Nein, so richtig habe ich den Entschluss erst letztes Jahr gefasst, als Marius Baer beim ESC dabei war. Er wohnt nur ca. zehn Minuten von mir entfernt und so kam die Idee, selbst anzutreten. Aber bereits viel früher war der Wunsch da, auf einer so großen Bühne stehen zu dürfen. Das eigene Land zu repräsentieren ist eine große Ehre! Ich bin froh, diese Chance zu haben.

Zwölf Jahre ESC sind ja schon eine Weile. Welchen ESC Beitrag magst du denn besonders und warum?

Schweiz 2023 ist super (lacht), nein, das war natürlich nur ein Scherz! Sam Ryder ist ein großartiger Künstler. Er hat ja im letzten Jahr mit seinem Song „Space Man“ teilgenommen, was ein toller Song ist, aber ich kannte ihn über TikTok schon lange vorm ESC und war da schon ein großer Fan von ihm. Deshalb habe ich mich auch sehr gefreut, als ich hörte, dass er zum Eurovision fahren wird.

Lass uns über deinen Song „Watergun“ sprechen. Wovon handelt der Song und wie ist er entstanden?

Ich war nicht involviert in den Prozess des Schreibens. „Watergun“ wurde, ich glaube vor zwei Jahren, in einem Eurovision-Songwriting-Camp geschrieben. Sie haben darin die Geschichte einer Person niedergeschrieben, die als Kind mit Wasserpistolen gespielt hat und ich denke, wer hat als Kind nicht mit Wasserpistolen gespielt? Dann haben sich die Zeiten für ihn aber geändert und er ist im Krieg und muss mit richtigen Waffen um sein Leben und um das seiner Familie kämpfen. Eine Geschichte, die mich sehr berührt. Als ich den Song dann letzten September erstmals hören durfte, habe ich mich sofort in ihn verliebt und ich wusste direkt: den möchte ich auf der Eurovision-Bühne singen.

Aktuell passiert ja einiges in deinem Leben. Was war bisher dein schönster Eurovision-Moment?

Es gibt viele Highlights. Ich würde sagen, dass das ganze Jahr bisher aus Highlights besteht. Die Produktion des Songs, des Videos oder die Vorbereitungen auf die Bühnenshow. Das ist alles ziemlich neu für mich, mit so professionellen Choreographen und Künstlern zu arbeiten. Es ist einfach ein tolles Jahr bisher!

Wenn du nicht gewinnen solltest, wer denkst du, wird die Trophäe dann mit nachhause nehmen?

Ich denke, dass Loreen mit „Tattoo“ die größte Favoritin ist, aber es gibt viele starke Songs und Künstler. Lassen wir uns überraschen, wie es ausgehen wird.

Kannst du schon etwas über deinen ESC Auftritt verraten? Was erwartet uns im Mai?

Gute Frage! Und (Pause) ich werde dazu nichts sagen. (lacht) Denn ich bin noch in der Planung und Vorbereitung, die noch nicht komplett abgeschlossen ist, aber es wird toll werden! Mein Plan ist es, nicht alleine auf der Bühne zu sein. Lasst euch überraschen. Ich hoffe, es wird euch gefallen.

Du konntest The Voice of Switzerland gewinnen, in Deutschland kennt man dich aus „Zeig uns deine Stimme“. Inwieweit hilft es dir, mit dem ESC-Trubel klarzukommen, dass du bereits Wettkampferfahrungen hast?

Ich denke, es war ein super Training, mit Profis zu arbeiten und Erfahrungen vor der Kamera zu sammeln. Ja, dieser ganze Wettbewerbs-Vibe ist schon hilfreich. Aber ob ich das wirklich in Liverpool nutzen kann, muss sich noch zeigen.

Was sind deine Ziele für Liverpool?

Mein Hauptziel ist es, das Finale zu erreichen und am Samstag auf der Bühne stehen zu dürfen. Ansonsten möchte ich einfach mit meiner Performance zufrieden sein und eine gute Zeit in Liverpool haben. Aber natürlich wäre ein Top10 Platz toll, Top5 wäre absolut verrückt!

Welche Pläne hast du nach dem ESC? Was können deine Fans erwarten?

Oh, ich habe noch keine anderen Pläne. Ich lebe aktuell für den Eurovision, um dort mein Bestes geben zu können. Danach werde ich mir eine kurze Pause gönnen und sehen, was auf mich und euch zukommen wird.

Welche Botschaft möchtest du deinen deutschen Fans mitteilen?

Hallo zusammen, ich sende euch viele Grüße aus der Schweiz und hoffe, dass ich euch alle in Liverpool sehen werde! Ich freue mich auf euch!

Und wir freuen uns auf dich! Ich wünsche dir viel Erfolg im Mai und vor allem viel Spaß bei allem, was noch auf dich zukommen wird!

 

Wer „Watergun“ noch nicht kennt, kann sich den Song und das dazugehörige Video hier anhören bzw. ansehen:

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